Zwischen Gefahrstoffverordnung und Wintertee

Nach einer längeren Schreibpause ist es das Beste, sich mutig vor ein weißes Blatt Papier zu setzen und einfach drauflos zu erzählen. Ich habe gestern eine Vorstufe gewählt und mich mit den Figuren einer Geschichte befasst, die reif für eine Überarbeitung ist – eine der wenigen Storys, die vor allem einen sprachlichen Schliff brauchen und mich nicht in ihrem Gesamtkonzept unzufrieden stimmen. Im Grunde habe ich gestern nichts anderes getan, als eine Tabelle anzulegen und darin alle Informationen einzutragen, die mir aus handschriftlichen und getippten Aufzeichnungen neben dem eigentlichen Manuskript zur Verfügung stehen. Es war nicht besonders viel, obwohl ich jede einzelne der sieben Hauptfiguren recht gut zu kennen glaubte. Nun stelle ich fest, dass sie in meiner Abwesenheit gewachsen sind und es so viele Ecken und Kanten gibt, die ich vorher gar nicht gesehen habe.

Als nächstes komme ich daher in den Genuss, mir neues auszudenken und all das aufzuschreiben, was ich zwischen den Zeilen meiner Erinnerung und vielleicht auch schon ein bisschen im Manuskript finden kann – bevor ich dann noch einmal lese, was ich da damals geschrieben habe.

Diese einfache Art der Einarbeitung bietet mir einen guten Ausgleich zur Schule und zur Konzertphase. Wie das in einer Schule nun einmal so ist, kommen alle Lehrer mehr oder weniger zum gleichen Zeitpunkt auf die Idee, eine Kontrolle der Leistungen anzukündigen (wobei ich sagen muss: dreizehn Fächer sind nun mal eine Menge, und bisher waren alle Tests angekündigt!), dementsprechend verbringe ich meine Nachmittage mit Lernen, wenn ich nicht gerade Möbel auf- oder anbaue, das verdammte Bad putze (nicht mehr als ein Quadratmeter Fußbodenfläche, aber zwei offene Katzentoiletten), schlafe (ich habe zu wenig Schlaf. Immer.) oder an Chor-Programmheften herumbastle (am PC natürlich).

Falls ich es an irgendeiner Stelle vergessen habe zu erwähnen: ich mache gerade eine Ausbildung zur Pharmazeutisch-technischen Assistentin und ob Sie es glauben oder nicht, ich lerne eine Menge. Leider auch eine Menge auswendig: Gesetze, Definitionen, komplizierte Wörter, Latein, chemische Formeln … Naja, manches davon sollte ich lernen, tue es aber nicht. Das trifft vor allem auf die Formeln zu. Braucht kein Mensch.

Vielleicht sollte ich es als nächstes einen Apotheken-Kriminal-Roman schreiben.

Ein gutes hat das Herumkommen in der Stadt: man sieht interessante Leute und Situationen. Ich habe zwei Dinge im Kopf, von denen ich Ihnen erzählen will. Da sind zum einen die unfertigen Kinder und zum anderen das Geschehen vor dem Geschehen.

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