Ein Venedig-Roman

Waren Sie schon einmal in Venedig? Haben die Kanäle und Gondeln gesehen? Nein? Nun, dann lesen Sie dieses Buch!

 

Die Feuer von Murano

Originaltitel – Vetro

Autor – Giuseppe Furno

Originalsprache – Italienisch

Übersetzer – Annette Kopetzki

Erscheinungsjahr – 2015

Seiten – 968

Verlag – Aufbau Verlag

 

Ja, okay, das war jetzt eine sehr klischeehafte Einführung in die Rezension. Und noch dazu nicht einmal ganz ehrlich. Denn in Furnos Buch geht es um das Venedig des 16. Jahrhunderts, ohne Kamera-Touristen, überteuerte Touristen-Restaurants, in Museen blitzende Handys und all dem neumodischen Kram. Stattdessen stellen die Feuer von Murano einen klassischen Historienroman dar, mit all seinen Vor- und Nachteilen.

Wer des Italienischen nicht mächtig ist, wird sich mit etlichen Fremdwörtern konfrontiert sehen, die im Anhang zwar erklärt werden, aber den Lesefluss zuweilen doch etwas stören. Man gewöhnt sich aber dran, irgendwann hat man die Bedeutung dann intus.

Die Handlung ist gespickt mit Intrigen und Machtspielchen, die dem Buch seine Spannung verleihen. Der Erzählstil Furnos ist ausgewogen zwischen Emotionen und nüchterner Handlung. Natürlich gibt es eine Liebesgeschichte, aber sie steht eher im Hintergrund und gewinnt dadurch an Reiz und Realismus. Furno gelingt es, eine harte Realität darzustellen, ohne sich in brutalen Details zu verlieren.

Gleiches gilt für das historische Hintergrundwissen: man lernt eine Menge, ohne eine Geschichtsstunde durchzustehen. Wer sich für Venedig allerdings nicht die Bohne interessiert, sollte das Buch lieber nicht lesen, denn es spielt nahezu ausschließlich in dieser Stadt und beschäftigt sich intensiv mit den politischen Problemen ab dem Jahre 1569. Dazu gehört vor allem die Frage, ob und wie man die Gedankenfreiheit schützen kann und muss.

Zuletzt sei folgendes lobend erwähnt: obwohl man kaum etwas über das Leben der Hauptfigur erfährt, wird sie einem mit jeder Seite sympathischer und vertrauter. Das halte ich für eine Kunst: Hut ab dafür!

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