Für die Umwelt!

Ich war gestern in einem Schuhgeschäft, Schuhe kaufen (Überraschung!). Nach dem üblichen langen Hin und Her – passt nicht, zu hell, zu dunkel, zu sportlich, zu schlicht – stand ich mit meiner Begleitung endlich an der Kasse an. Vor uns eine Mutter mit der vielleicht neun Jahre alten Tochter, einem Blondschopf, die gerade stolze Besitzerin neuer Sandalen wurde.

Die erste Bemerkung des Kindes, die ich hörte, war diese: »Ich kann immer noch nicht glauben, dass du Kaffee to go trinkst!«

Mein erster Gedanke ging in Richtung Kaffee-Togo-Witz, aber die Kleine meinte das völlig ernst. Sie hat ihre Mutter gefragt, warum sie nicht einfach eine Tasse mitgenommen hat. Darauf die Mutter: »Das macht man doch nicht, in den Laden gehen und denen die Tasse unter die Nase halten, Können Sie bitte mal vollmachen?« Die Kassiererin, zwischen Lachen und Ernsthaftigkeit, wies daraufhin, dass das durchaus manchmal passierte, aber die meisten Menschen trauen es sich dann eben doch nicht.

Ganz schön pfiffig, für eine Neunjährige. Und recht hat sie, denn genau da muss Umweltschutz anfangen: bei den Kleinigkeiten. Ich sehe mit Begeisterung, das in vielen Läden Halles Plastiktüten nur noch gegen Geld ausgegeben werden, um die maßlose Verschwendung einzudämmen. (Manche Läden haben die Plastiktüten sogar ganz abgeschafft.) Der kleine Mann zu Hause kann vielleicht nicht die Rodung des Regenwaldes beeinflussen (und wenn er noch so viel Bier trinkt), aber er kann durchaus seinen Müll in die dafür vorgesehenen Papierkörbe werfen, einen Rucksack zum Einkaufen mitnehmen, keinen Café to go kaufen (bzw. seine eigene Tasse mitbringen) mal auf das Auto verzichten und und und.

Das kann doch nicht so schwer zu verstehen sein, wenn ein kleines neunjähriges Mädchen das schon verinnerlichen kann, oder? (Ich sage das, ohne die Kinder dieser Welt dumm machen zu wollen.)

Übrigens: Während Mama den Zettel unterschrieb, den man bei Kartenzahlung vorgelegt bekommt, fragte ihre Tochter wieder ganz ernsthaft: »Hast du auch das Kleingedruckte gelesen?«

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2 Antworten auf “Für die Umwelt!”

  1. Die Mutter ärgert sich bestimmt ab und an, warum sie ihr Kind so gut erzogen hat 😀
    Ich habe mich allerdings auch schonmal gefragt, wie viele Coffee to go-Anlaufstellen wohl einen Mehrwegbecher wieder auffüllen würden.
    Starbucks? Eventuell. Schließlich verkaufen die ja auch welche!
    Give it a try! Ich werde es auf jeden Fall mal tun. 🙂

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