Cthulhu Band I

Diese Chronik in zwei Bänden vereint erstmals die vollständigen Werke H. P. Lovecrafts zum Cthulhu-Mythos – neben allen Kurzgeschichten auch seine berühmten Novellen. Mit einem Vorwort und ausführlichen Erläuterungen von Deutschlands führendem Lovecraft-Experten Marco Frenschkowski.

(Klappentext)

Zuerst einmal ist anzumerken, dass dieser Band vor allem für Lovecraft-Kenner geschrieben ist. So stehen die Erläuterungen Frenschkowskis vor den Geschichten und geben sich keine Mühe, Spannung aufrechtzuerhalten. Dem geneigten Neu-Leser sei also empfohlen, ein wenig hin und her zu blättern und die Geschichten vor der Analyse zu lesen.

Nun ist »Analyse« tatsächlich das bessere Wort, denn zuweilen sind Frenschkowskis Erklärungen länger als die eigentliche Geschichte. Sie enthalten umfangreiche Hintergrundinformationen und beschäftigen sich ausführlich mit Lovecrafts literarischen Vorbildern, Inspirationen und zum Teil versteckten Aussagen.

Chronik des Cthulhu-Mythos Band I

Autor – Howard Philips Lovecraft

Mit einem Vorwort und Erläuterungen von Marco Frenschkowski

Originalsprache Lovecraft – Englisch

Übersetzer – u.a. Andreas Diesel

Erscheinungsjahr – 2011

Seiten – 500

Verlag – Festa Verlag, Leipzig

Lässt man diese Ausführungen einmal beiseite, erwartet einen mit H.P. Lovecraft eine besondere Lektüre. Als Amerikas größter Horrorautor des 20. Jahrhunderts schreibt Lovecraft mit Detailverliebtheit und Phantasiefreiräumen gleichermaßen. Seine Wesen aus dem All, von denen Cthulhu nur eines ist, können oft mit menschlichen Worten nicht beschrieben werden, ihre Auswirkungen auf Natur und menschliches Gemüt verdeutlicht Lovecraft dafür umso genauer. Wiewohl die Grundursache der abnormen Ereignisse meist irgendwie vorhersehbar ist, bleibt die Frage, welches neue Monster sich der Autor nun wieder ausgedacht hat, immer wieder ein Antrieb zum Weiterlesen.

Wenn man Lovecrafts Phantasie nun loben kann, so sehe ich in seinem Sprachstil durchaus einen Kritikpunkt. Für meinen Geschmack wird es hier mit den Superlativen schlichtweg übertrieben: Wahnsinn und ›unaussprechlicher Horror‹ sind allzu schnell bei der Hand und verhindern dann die sprachliche Steigerung des Schreckens. Lovecrafts Angewohnheit, aus der Ich-Perspektive zu schreiben, macht die Sache nicht besser, auch wenn die verzweifelte Rationalität der Charaktere einen hervorragenden Kontrapunkt zu den übernatürlichen Riten, schockierenden Erkenntnissen und furchteinflößender Fremdartigkeit bietet.

Nun, Horrorfans werden darüber hinweglesen können – denn für solche ist er, der laut C. Barker die Grundlage des modernen Horrors bildet, sicherlich eine Quelle der Inspiration und ein Muss.

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