Das Schreiben

Künstler kennen das – die Musik, die Malerei, das Schreiben. Sätze à la »Manchmal ist die Malerei einfach nur anstrengend …«, »Manchmal funktioniert das Schreiben einfach nicht …«, »Manchmal möchte ich die Musik nur noch Musik sein lassen …«

Naja, oder zumindest so ähnlich.

Aber was sind denn das Schreiben, die Malerei und die Musik? Das sind Künste, die in sich zwar einen Oberbegriff darstellen, sich aber in solchen Sätzen nicht verallgemeinern lassen, denn jeder Künstler sieht in seiner Arbeit etwas anderes. Das Schreiben existiert für das Individuum nicht, weil jeder etwas anderes darunter verstehen muss.

Ein Beispiel: Wenn ich sage, dass mit dem Schreiben klappt heute nicht so, dann meine ich damit wahrscheinlich den kreativen Part. Ich werde nicht plötzlich zum Analphabeten, und ich bin auch nicht plötzlich völlig talentlos. Mir gelingt es ganz einfach nicht, meine Gedanken zu ordnen und mich auf die eine Geschichte zu konzentrieren, an der zu arbeiten ich mich bemühe.

Das Schreiben umfasst nach meinem Verständnis nicht nur den Prozess des Wörter-aneinander-Reihens an sich. Dazu gehören auch Recherche (oh, wie ich sie hasse), dazu gehören scheinbar sinnlose Kritzeleien auf weißem oder buntem Papier oder sonstwo, das Fluchen über den abgestürzten PC, dazu gehört die kreative Arbeit an Geschichten, Gedichten, Blogbeiträgen, Illustrationsversuche, Entwürfe, Überarbeitungen, Darstellungsversuche mit allen möglichen Materialien (sei es Ton, Wachsmalfarbe oder ein Selbstgespräch). All das ist Das Schreiben.

Und wenn man einen Funken Talent hat, dann klappt irgendetwas davon immer. Ohne Widerrede. Ja, auch wenn Ihre Tochter heute Einschulung hat – dann haben Sie nur keine Lust, sich mit dem Schreiben zu befassen, was auch völlig okay ist, da Sie es wahrscheinlich trotzdem tun werden, indem Sie Eindrücke aufnehmen und abspeichern. Und ja, auch wenn gestern Ihr Goldhamster gestorben ist, vielleicht sogar gerade dann, weil Das Schreiben Ihnen eine Ausdrucksmöglichkeit für Gefühle liefert.

Und ich verrate Ihnen noch was: ich schreibe diesen Text hauptsächlich, um mich in Stimmung zu bringen. Jetzt sind meine Finger warm, meine Gedanken klar – dem ausführenden Part steht nichts mehr im Wege.

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