Wozu eigentlich?

Es gibt Bücher über fantastische Wesen, über Aliens, über mysteriöse Vorkommnisse, Kriminalverbrechen, Kindesmisshandlungen, medizinisches Fachwissen, Biologie, Geografie, Mathematik, das Kochen, Humoristisches und sogar über das Schreiben eines Buches. Jedes Konzept ist gefühlte hundert Mal ausprobiert und variiert worden. Jedes Klischee wurde bis zur Unendlichkeit gedehnt, jeder mögliche Charakter erdacht.

Wozu sich also hinsetzen und die Mühe machen, eigenes zu fabrizieren, wenn es das doch so oder so ähnlich eh irgendwie schon gibt?

Weil eine Geschichte keine Geschichte ist, wenn sie keine Seele hat. Jeder Roman ist auf seine Weise einzigartig (das kann einzigartig gut oder einzigartig beschissen sein), jedes Kochbuch, jeder Ratgeber spricht irgendeinen Menschen auf genau die Art an. Wäre das nicht so, könnten wir uns die Arbeit wahrlich sparen. Niemand würde mehr lesen, wenn es nicht ab und zu etwas Neues zu entdecken gäbe oder wenn man sich nicht manchmal in genau diesem Buch verlieren könnte.

0112 Projektbuch

Das Thema Fantasy-Figuren ist in etlichen Projekten verewigt worden. Überall tummeln sich Feen, Drachen, Trolle, Elfen und Zwerge, aber trotzdem werden sie nicht langweilig. So wie jeder Mensch einzigartig ist, so sind auch all die Feen, Drachen, Trolle, Elfen und Zwerge einzigartig – Smaug der Gewaltige kann nicht mit Fuchur gleichgesetzt werden, obwohl sie demselben Volk entspringen. Jede phantastische Welt hat ihre eigenen Eigenheiten.

Und auch die Krimis mit ihren immer gleichen Mordfällen: könnte man nicht annehmen, irgendwann sei jede Idee erdacht, jedes perfekte Verbrechen umgesetzt und gelöst worden? Müssten all die mürrischen Kommissare nicht überflüssig werden? Nein, denn jeder von ihnen hat seine eigenen spannenden Macken und jeder Fall ist individuell. Dafür sorgen die Autoren schon, indem sie der Geschichten ihren eigenen Stil geben.

Wir schreiben, weil man mit jeder Geschichte vielleicht wenigstens einen Menschen glücklich machen kann. Wir schreiben, weil man nicht oft genug auf misshandelte Frauen und Kinder und Männer aufmerksam machen kann. Wir schreiben, weil es vielleicht einen Tipp gibt, der unserem Leser bisher entging.

Und wir schreiben, um die Seelen unserer Geschichten freizulassen. Wenn das nicht poetisch ist.

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