KING – Finders Keepers

Kann Spuren von Spoilern enthalten

Lesefrisch meine Meinung zum aktuellsten King-Werk (wenn ich nicht ein E-Book übersehen habe), das nebenbei bemerkt die Fortsetzung der Hodges-Trilogie darstellt, deren Auftakt ich Ihnen mit Mr. Mercedes nahegebracht habe. Bisher gibt’s ein Hardcover, ein E-Book, und (wie ich etwas überrascht feststellte) ein Hörbuch.

Finderlohn

Originaltitel – Finders Keepers

Autor – Stephen King

Originalsprache – Englisch (Amerikanisch)

Übersetzer – Bernhard Kleinschmidt

Erscheinungsjahr – 2015

Seiten – 539

Verlag – Wilhelm Heyne Verlag München

Ähnlich wie schon Mr. Mercedes ist auch Finderlohn eher ein Krimi, bzw. Thriller, denn ein Horror-Buch. Die Geschichte lässt sich recht leicht zusammenfassen: Pete Saubers findet einen Koffer voller Geld und Notizbüchern, die sich als unveröffentlichte Schriften des verstorbenen Bestseller-Autors John Rothstein erweisen. Das Problem ist nur, dass der Besitzer jenes Diebesgutes just in diesem Jahr auf Bewährung aus der Haft entlassen wird und gar nicht begeistert ist, seinen Schatz nicht an Ort und Stelle anzutreffen.

Man könnte die Story beinahe als trivial bezeichnen, wenn sie nicht so ausgefeilt wäre. Jedes Detail hat eine Bedeutung, jedes Puzzleteil passt exakt in ein anderes. Die Charaktere glänzen mit einer Tiefe, die völlig ohne Klischees auskommt (wenn sie nicht gerade ein wenig damit spielt). In typischer King-Manier wird aus einer anfänglich zwar verzwickten, aber dennoch nicht aussichtslosen Situation ein nervenaufreibendes, lebensgefährliches Unterfangen.

Es ist allerdings auch eine Geschichte, die gerade zum Schluss hin vorhersehbar wird. Vielleicht war es Zufall, dass ich genau die gleichen Gedankengänge wie der Junge Pete verfolgte, vielleicht liegt es aber auch am Erzählstil. Erstaunlicherweise tut dieses Vorhersehbarkeit der Spannung jedoch keinen Abbruch – was daran liegen könnte, dass ich bis zuletzt gespannt war, ob ich es tatsächlich geschafft habe, wie King zu denken.

Der Bösewicht ist – wie auch schon in Mr. Mercedes – ein allzeit bekanntes Gesicht. Man erfährt seine Geschichte, seine Gedankengänge und Beweggründe. Dabei schafft der Master es wieder einmal, alles so plausibel zu verkaufen, dass einem die Handlungen des wahnsinnigen Mannes nahezu logisch vorkommen.

Also: Ich bin begeistert, wie so oft. Der Stil entspricht dem des ersten Bandes, was ich gut finde. Was die Story an sich nicht hergibt, merzen die Charaktere wieder aus. Trotzdem fand ich Mr. Mercedes etwas besser, zumal die Hauptfigur Hodges im zweiten Teil etwas ins Hintertreffen zu geraten droht. Ach ja: Wenn Sie das Buch lesen wollen, empfiehlt es sich, mit dem ersten Band der Trilogie zu beginnen (auch wenn es nicht zwingend notwendig ist). Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen!

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s