Blutsauger

Es gibt Bücher, die sind in Brief- oder Tagebuchform geschrieben und es gibt Dracula.

Es gibt Bücher, die sollte man ruhig mal gelesen haben und es gibt Dracula.

Es gibt Bücher, die hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck und es gibt Dracula.

 

Dracula

Autor – Bram Stoker

Originalsprache – Englisch

Erscheinungsjahr Original – 1897

Seiten – 522

Verlag – 1967 Carl Hanser Verlag, München

Stokers einziges weltweit bekanntes Werk setzt sich aus Tagebucheinträgen, Briefen, Telegrammen und kleinen Notizen zusammen, die unter der Schirmherrschaft mehrerer Kapitel stehen. Dabei verzichtet er (angenehmerweise) auf jedwede Einleitung in diese Stilformen – es gibt kein Liebes Tagebuch und auch keine langwierigen Erklärungen, wie der Roman zu lesen oder zu verstehen sei.

Dadurch liest sich Dracula flüssig und spannend. Verschiedene Erzählperspektiven, die sich im Stil alle sehr ähneln, wechseln einander ab. Umständliche Erläuterungen werden stellenweise vermieden, indem direkt entsprechende ›Originale‹ vorgelegt werden (also Telegramme oder kurze Briefe etwa).

Natürlich zählt Dracula zu den bekanntesten Vampiren der Literatur, was ihn durchaus zu einem potentiellen Klassiker macht (nach meiner Definition solcher Werke, wohlgemerkt). Hier glitzert nichts, dafür fürchtet der Graf noch den Knoblauch und das Kreuz. Selbst aus heutiger Sicht wirkt das Katz-und-Maus-Spiel des ›Vampyrs‹ (Schreibweise meiner Ausgabe) mit den Helden weder langweilig, noch unplausibel. Wem die altmodische Sprache und die ebenso altertümliche Gesprächsführung derartiger Bücher aber nicht liegen, der sollte sich dann vielleicht doch lieber erst an einen Edgar-Wallace-Roman herantasten.

Zu guter Letzt: Nun, wenn Sie Colins Tagebuch lesen, werden Sie selbst sehen, welchen Einfluss die Lektüre spontan auf mich hatte. Ich halte Dracula für ein Stück interessanter Vampir-Geschichte, für einen verdammt guten Roman und nicht zuletzt für wesentlich ansprechender, als alle glitzernden Vampire zusammen. (Ich weiß, diese Anspielung verliert langsam ihren Reiz. Aber sie passt immer so gut!)

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