Männer haben auch Gefühle

Zuweilen hat es den Anschein, als wäre Schwul-Sein irgendwie in, zumindest vermitteln einem das japanische Boygroups und Boy-Love-Mangas, wohingegen Lesben eher in Pornos bevorzugt zu werden scheinen. Man beachte – Anschein! Ich setze hier keine Forschungsergebnisse in die Welt und ich verurteile auch nichts und niemanden. Ich will einfach nur einen schönen Einstieg ins Thema bieten … ach, was rede ich überhaupt, das Internet bildet sich früher oder später eh die Meinung, die es gerne haben möchte.

Also weiter im Text. Schwul-Sein ist in. Viele Frauen scheinen es toll zu finden, wenn sich Männer untereinander die ewige Liebe vorschnulzen. Und warum auch nicht – schließlich reden Männer ja sonst nicht über Gefühle (Klischeekeule, ich wähle dich!). Aber da die Homosexuellen in dieser Hinsicht ja geradezu dazu gezwungen sind, über Liebe und all die anderen tollen Emotionen zu sprechen (einer von beiden muss ja den Anfang machen), liegt der Aufmerksamkeitsschwerpunkt Boy-Love ja irgendwie nahe. Können Sie mir noch folgen?

Verschiedene Frauen haben selbstverständlich verschiedene Ansichten, wie weit die Sache gehen darf. Sollte der Mann sagen können, dass er Ängste aussteht, Zweifel hegt, sich einsam gefühlt hat, Sehnsüchte hegt, Enttäuschungen erlebt hat? Schwierig, schwierig, denn das entspricht ja nicht so wirklich dem Bild eines starken, selbstbewussten, unbezwingbaren, männlichen Mannes.

Aber, ob wir es glauben wollen oder nicht – Männer haben auch Gefühle. Eine zu große Zahl Männer geht tatsächlich nicht zur Polizei, um anzuzeigen, dass sie in irgendeiner Form misshandelt worden sind (von Frauen oder Männern), denn sie schämen sich, ihre Schwäche zuzugeben. Sie wollen nicht als unmännlich gelten. Bei aller Freude an der homosexuellen Liebe sollen die lieben Herren nämlich doch irgendwie stark und männlich sein, und sei es, um einander zu beschützen, sich gegen die böse homophobe Welt zu wehren oder gleich das Universum zu retten. (Gibt es eigentlich einen bekannten Sci-Fi-Streifen mit homosexuellen Charakteren?)

Ich selbst bin übrigens auch keine Heilige, wenn es um das Bild des Mannes geht. Ich glaube durchaus, dass viele Männer ganz klischeehaft nicht über Gefühle sprechen, jedenfalls nicht mit Frauen. Ich finde weinende Männer faszinierend, weil es ein seltenes Bild ist und ihre Verletzlichkeit zeigt (die wiederum auf das Thema Psyche führt). Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich auch ganz gut mit dem Gegenteil des Klischees umgehen kann: Mein Freund kocht hervorragend!

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