Das Mammut

Man könnte kühn behaupten, dieses Manuskript ist mein einziges seiner Art, das einen Spitznamen trägt, der sich irgendwie in meinem Kopf durchgesetzt hat. Denn natürlich habe ich kein echtes Mammut in meinem Arbeitszimmer rumzustehen, nicht einmal ein nachgebildetes Skelett (obwohl ich nicht leugne, dass das ziemlich cool wäre).

Das Mammut ist ein Buch, dessen Titel ich hier dreist verschweigen werde, weil er nämlich so lange ein Geheimnis bleiben wird, bis ich das Werk eines Tages veröffentliche. (Eventuell finden Sie den Titel aber auf meiner privaten facebook-Seite, ich bin grad nur zu faul, dass zu überprüfen.) Obwohl ich ja bekanntermaßen kein Verfechter von Wörter-zählen und ähnlichem bin, machen derartige Fakten doch manchmal ein bisschen Spaß. Also bitte:

Das Mammut befindet sich seit einigen Tagen in seinem vierten Überarbeitungsprozess, nachdem ich den dritten aus verschiedenen Gründen abgebrochen habe (unter anderem, weil ich mich nicht lange nicht damit beschäftigt hatte und sich einige stilistische Lieblinge bei mir verändert haben).

Die zweite Überarbeitung – jene, auf die auch die momentane Überarbeitung aufbaut, und die für das Werk gewissermaßen also als Maß der Dinge genommen werden kann – wurde verfasst vom 07. Oktober 2012 bis zum 25. September 2013, was ziemlich fix ist.

In meiner Arbeitsdatei (das heißt: normaler Seitenrand, normaler Zeilenabstand, ein Deckblatt, Text mit Formaten wie fett, zentriert, etwas größer und so weiter) fasst das Mammut stolze 586 Seiten und 304.168 Wörter. Wen es interessiert, es sind 1.856.938 Zeichen mit Leerzeichen.

In Normseiten – und ich habe mir mal den Spaß gemacht, das in Normseiten zu formatieren – fasst das Mammut stolze 1551 Seiten. Da braucht Word dann schon mal einen Moment, um die Datei zu laden.

Es geht in dem Buch grob gesagt um den körperlichen und seelischen Missbrauch zweier Brüder und ihrer kleinen Schwester durch den Vater. Das Buch erstreckt sich über ein Jahr, und obwohl der ältere der beiden in diesem Zeitraum volljährig wird, ändert sich dadurch überhaupt nichts. Es geht um das Wegschauen der Umgebung, um die Zerstörung von Selbstwert und Hoffnungen. Meine beiden Haupthelden sind keine kriegerischen Naturen, denn ihr Dasein wird vom Überlebensinstinkt geleitet, nachdem mehr als ein Jahrzehnt ihres Lebens von Gewalt und Demütigung bestimmt wurde.

Mein Mammut ist damit nicht nur ziemlich dick, sondern thematisch auch das anspruchsvollste, was ich je versucht habe. Es ist schwierig, die Balance zwischen dem Gewünschten Wiederholungseffekt und Abschwächung durch Wiederholung zu finden. Tausend Dinge wollen beachtet werden, sowohl in der Psychologie als auch in der Medizin, der juristischen Korrektheit oder der schlichten inneren Logik.

Daraus ergibt sich eine unglaublich lange Schaffenszeit. Begonnen habe ich so ungefähr 2010, und während der vergangenen fünf Jahre hat sich viel an meinem Schreibstil verändert. Die ganze Geschichte hat viele Wandel durchgemacht, ist (hoffentlich) logischer und komplexer geworden, die Charaktere haben Tiefe gewonnen. Ich kenne meine beiden Haupthelden mittlerweile so gut, wie sie einander kennen.

Nachdem ich Ihnen nun das Mammut vorgestellt habe, werden Sie mich jetzt entschuldigen. Ich muss mich an das erste Kapitel der Ü4 setzen …

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s