Lernen fürs Leben

In den letzten Tagen habe ich drei wichtige Dinge gelernt:

  1. Spaziergänge über das freie Feld sind einzigartige Erlebnisse.
  2. Wir sind nicht größer als Ameisen.
  3. Wenn dir jemand sagt, dass die Katze kratzt und beißt, dann kratzt und beißt die Katze.

Bei einer Geburtstagsfeier auf dem Lande lieh ich mir einen Hund zum Gassi gehen. (Ehe die Tierschützer aufschreien: die Hündin hatte Bewegungsdrang und ich wollte einen kleinen Spaziergang machen, was sich ganz wunderbar ergänzte.) Mit der Leine in der Faust gingen wir ein Stück Landstraße, um irgendwann auf einen von Traktorreifen gebildeten Trampelpfad einzubiegen, der über eine freie Wiese führte (vielleicht zu weniger hitzigen Tagen eine Weide).

Auf dieser Wiese mit dem Hund an der Leine (da es nicht mein eigenes Tier war und ich es auch nicht besonders gut kannte, wollte ich ihn nicht frei laufen lassen, liebe Tierschützer), die Wolken über uns, der Wind im Rock, in der Ferne die Windräder, kein Autolärm weit und breit – das hatte etwas kitschig romantisches. So fühlen sich vielleicht die Fantasyhelden, wenn sie durch Ebenen wandern, auf der Suche nach dem Oberbösewicht und / oder ihrer verbotenen Liebe … In solchen Momenten weiß ich, warum ich im Grunde meines Herzens ein unverbesserliches Landei bin. Aber hey – Stadt ist auch toll. Meistens.

 

Auf derselben Geburtstagsfeier hatte ich seit langer Zeit mal wieder die Gelegenheit, den Sternenhimmel richtig zu betrachten. Rücklings im Gras liegend. Quasi auch kitschig-romantisch, aber ich bin eine Frau, deswegen darf ich sowas. (Spaß – Männer dürfen den Himmel auch toll finden.)

Während mein Freund nach Sternbildern gesucht hat, ist mir aufgefallen, wie klein man sich tatsächlich fühlen kann, wenn man in den weiten, weiten Himmel schaut. Natürlich fiel mir dazu auch ein König-der-Löwen-Zitat ein: Ich dachte immer, dass wären Kugeln aus Gas, die in Milliarden Kilometern Entfernung verglühen. – Die Vorstellung, dass da hoch über unseren Köpfen ein so riesenhafter Raum ist, dass wir ihn uns nicht einmal vorstellen können, lies mich tatsächlich etwas schwindeln (welch Ironie dieser Satz birgt …).

 

Heute Morgen im Katzentierheim. Gutherzig, wie ich nun mal bin, wollte ich wenigstens versuchen, die Katze ohne so ein fürchterliches Netz einzufangen. Das gelang auch ganz gut – habe die Katze gestreichelt, sie hochgenommen, festgehalten, gut im Genick gepackt – aber es dauerte einfach ein paar Sekunden zu lange, bis die Transportbox ran war. Da hatte das arme Tier sein Elend schon erraten (wer will schon gern zum Arzt) und flüchtete. Nicht, ohne mir nicht noch ordentlich eine reinzuhauen. Blutige Hand, blutiger Arm. Die Katze haben wir dann doch mit dem Netz gefangen.

 

Soweit ein kleiner Einblick in das, was mich im Moment so bewegt. Im Moment hält mich das Tierheim ordentlich auf Trab, es sind einfach immer zu wenig Leute, die Zeit zum Anpacken haben. Man kennt sowas ja.

Außerdem arbeite ich seit gestern wieder an meinem Mammut – aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden. (Michael Ende, Die Unendliche Geschichte)

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