Technik, die begeistert

Dieser sonst so gern ironisch gebrauchte Ausspruch ist in diesem Falle mal ganz und gar ehrlich gemeint – manchmal begeistert Technik nämlich (trotz kleiner Macken) tatsächlich.

So habe ich also am heutigen Morgen (wir schreiben Samstag, den 01. August im Jahre des Herrn 2015) so gegen sieben Uhr dreißig einer Hochzeit in Australien zugesehen. Gefilmt mit einem Handy, über mobile Datenverbindung und Skype weitergeleitet, mit Twitch auf den heimischen Computer gebeamt. Oder eben gestreamt.

Mit einem Handy.

Mit einer stinknormalen Handy-Internet-Verbindung.

Aus Australien.

Ich meine – hey, das ist cool!

Der Datenschutz gebietet natürlich, dass ich Ihnen nicht verrate, wessen Hochzeit ich mir da angeschaut habe (und ganz ehrlich – das geht Sie auch nichts an). Schließlich ist das auch völlig Wurscht, denn der Kern der Sache ist ja ziemlich eindeutig: Eine Hochzeit in Australien via Skype. Ich weiß, je öfter ich das jetzt sage, desto mehr verliert es seinen Reiz.

Die Bildqualität war super und wenn die guten Leute ausnahmsweise mal in Richtung Handymikro gesprochen haben, hat man auch ein bisschen was verstanden (so man in der Lage war, sich durch das komische Englisch zu kämpfen …). Ringtausch, Kuss, Seifenblasen – alles dabei. Und ich sitze im Bademantel morgens um halb acht vorm Rechner.

Vielleicht führen wir uns alle mal kurz vor Augen, was die Menschheit zu erreichen imstande ist. Überlegen wir uns die raffinierte Technik, die uns erlaubt, live (mit ein paar Sekunden Verzögerung) an einem Ort auf der anderen Seite der Erde zu sein. Oder die es uns ermöglicht, mit einem Smartphone überall wo Netz ist ins Internet zu gehen und nach dem Weg zu fragen. Eine Technik, die binnen Sekunden Fotos um die halbe Welt schicken kann. – Denken Sie einfach mal darüber nach, was Sie heute alles schon via Internet gemacht haben.

Ist das nicht irgendwie ein bisschen unglaublich?

Wahrscheinlich bin ich hoffnungslos romantisch, dass mir sowas überhaupt auffällt. Vermutlich ist die Selbstverständlichkeit von Technik längst soweit fortgeschritten, dass eine kleine feine Internetverbindung kaum mehr zu den Wundern dieser Welt gezählt werden kann, und irgendwie ist das ja auch gut so. Schließlich müssen Dinge manchmal selbstverständlich werden, damit im Kopf wieder Platz für Neues ist (Stichwort Homosexualität, hust hust).

Es schadet aber nicht, sich diese kleinen selbstverständlichen Wunder trotzdem ab und an mal anzusehen und zu sagen: Technik, du bist schon irgendwie verdammt cool.

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2 Antworten auf “Technik, die begeistert”

  1. Ein Kommilitone von mir zitierte zu diesem Thema einen tollen Satz von Unbekannt.
    „Mit dem Internet tragen wir das Wissen der Welt in unseren Händen und wir nutzen es, um uns Katzenvideos anzuschauen und uns gegenseitig zu beleidigen.“

    Gefällt mir

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