Rollenspiele

Nein, es geht jetzt nicht um Sex. Bleiben Sie hier, haben Sie doch keine Angst. Seien Sie versichert, ich werde mit Ihnen nicht die Seiten des Kamasutra durchgehen. Ich möchte meinen Blick vielmehr auf Partnerschaften ganz allgemein werfen – so eheähnliche Gemeinschaften zwischen zwei Menschen, seien es Männlein und Weiblein oder Männlein und Männlein (oder, dem Feminismus zuliebe, auch Weiblein und Weiblein). Stellen Sie sich meinetwegen zwei Transsexuelle vor, aber beachten Sie – ich werde im Folgenden von MANN und FRAU sprechen.

Es gibt die weitverbreitete Ansicht, dass die Frauen in den meisten eheähnlichen Gemeinschaften (Ehe, Lebenspartnerschaften, Pärchen, manchmal auch WGs) vor dem Herd stehen, während sich die Männer um das Grobe in der Wohnung kümmern. SIE putzt das Bad, ER räumt den Werkzeugkasten auf. SIE wäscht die Wäsche, ER hängt die Gardinen wieder an.

Ich habe keine Ahnung, ob dieses Bild irgendeinem längst veralteten Klischee entspricht oder nicht vielleicht tatsächlich in vielen Fällen noch Realität ist. Es ist sicher nicht die schlechtestes romantische Vorstellung des Zusammenlebens (zumal sie nicht bedeuten muss, dass SIE nicht arbeiten gehen darf und ER unfähig ist, das Baby zu wickeln). Dennoch freue ich mich immer wieder, wenn ich Leute treffe, bei denen das mit den Rollenbildern eben nicht passt – so wie bei mir.

Ohne Umschweife: Ich bin eine lausige Köchin. Ich habe bisher einfach nicht das Interesse, mich mit Soßenrezepten auseinanderzusetzen und ich habe das Glück, einen fantastischen Koch zum Freund zu haben. Rollenspiel Nummer Eins ist also – ER kocht.

Rollenspiel Nummer Zwei hat sich vor einigen Wochen gezeigt. Da die Wände unserer Wohnung aus feinstem Beton sind, haben wir mit dem Anbringen von Regalen oder Bildern immer so unsere Probleme. Zu diesem Zweck lieh mein Vater uns seine Bohrmaschine, mit der wir nun endlich Löcher in die Wand bekamen – Löcher, die größtenteils ich gebohrt habe, weil es so viel Spaß gemacht hat. Rollenspiel Nummer Zwei – SIE handwerkt.

Was zeigen uns diese zwei schlichten Beispiele? Nun, nicht besonders viel, denn Rollenbilder sind heutzutage ja regelrecht verpönt. Ich werde eher selten schief angesehen, wenn ich erzähle, dass bei uns zu Hause der Mann kocht. Es wird sich kaum jemand wundern, dass ich die Bohrmaschine zur Hand nahm, denn selbst ist die Frau. Es ist nicht mehr nötig, die möglichen Unterschiede aufzuzeigen, wenn Sie verstehen.

Aber. Bei allen Spielereien finde ich es schön, dass wir (mein Freund und ich) manchmal eben doch wie ein altes Ehepaar sind – SIE meckert an seiner Kleidung herum, ER trägt die Einkäufe hoch. SIE putzt die Wohnung, ER repariert den PC.

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