Thema der Zeit im Wind I

Meistens läuft die Zeit entweder zu langsam oder zu schnell. Bange Erwartungen dehnen sich bis an den Rand der Schmerzgrenze aus, heiterer Frohsinn ist gar so schnell vorüber. Das Ticken der Zeiger ist ein grausames Geräusch, denn es entspricht eigentlich nie unserem Gemüt.

– Dies ist der fürwahr poetische Einstieg zu dem Thema, über das ich gerade eigentlich schreiben wollte. Dann wollte ich Ihnen erklären, dass der Titel der Überschrift dreist geklaut ist und schon fand ich mich in einem längeren Exkurs wieder. Deswegen gibt es (oder wird es geben, aus meiner jetzigen Perspektive) zwei Texte mit dem gleichen Titel. Die Nummer II beschäftigt sich dann mit dem eigentlichen Gedanken, aber vorher will ich Ihnen ein Videospiel vorstellen.

Ich präsentiere:

 

The Legend of Zelda – Majora’s Mask

Produzent – Shigeru Miyamoto

Publisher – Nintendo

Erstveröffentlichung Japan – 2000

Erstveröffentlichung Europa – 2000

Konsole – N64

Genre – Action-Adventure

 

Als sechster Teil der The Legend of Zelda-Reihe knüpft Majora’s Mask (im folgenden MM) ziemlich direkt an den Vorgänger Ocarina of Time an (diese Geschichte wäre nun wieder ein Artikel für sich). Held Link (dem Sie im Spiel übrigens auch einen anderen Namen geben können) reitet auf seinem treuen Pferd Epona durch die Verlorenen Wälder (wie der Name schon sagt – ein Wald) und wird hier von einem kleinen Kobold, dem Horrorkid, überfallen. Es trägt eine seltsame Maske und stiehlt seine Ocarina.

Link verfolgt das Horrorkid und gerät dabei in die Welt Termina. Hier trifft er auf den Maskenhändler, der ihm von einer drohenden Katastrophe erzählt. Die Maske, die der kleine Kobold trägt, ist keine geringere als Majoras Maske, eine Art bösartiger Geist. Unter deren Einfluss will das Horrorkid den Mond auf die Hauptstadt Terminas, Unruh-Stadt, herabfallen lassen.

72 Stunden – drei Tage – hat Link nun Zeit, die Welt zu retten. In der Begleitung von Taya (einer Fee, dargestellt als pulsierende Leuchtkugel mit Flügeln) reist er in die vier großen Gebiete Terminas, um dort die vier Giganten zu befreien, die ihm helfen sollen, den Absturz des Mondes zu verhindern. Diese 72 Stunden sind durchaus wörtlich zu nehmen – eine Stunde im Spiel entspricht einer Minute Echtzeit.

Da es aber ziemlich unmöglich sein dürfte, innerhalb von 72 Minuten vier Tempel zu spielen, etliche Nebenquests zu erledigen und 24 Masken zu sammeln, gibt es natürlich einen Trick. Mit der Hymne der Zeit reist der Held in der Zeit zurück. Dann beginnt das Spiel gewissermaßen von neuem – viele Ereignisse im Spiel geschehen zu einer ganz bestimmten Uhrzeit, und manche Aufgaben müssen an einem bestimmten Tag gelöst werden. Aus diesem Grund speichert MM beim Zurückspulen der Zeit auch nur bestimmte Dinge, beispielweise den Erhalt von Items (also Gegenständen) oder Herzteilen.

Nun, der langen Rede kurzer Sinn: Das Thema der Zeit im Wind ist ein Lied, welches es Link ermöglicht, in der Zeit vorwärts zu reisen (was vor allem zum Ende hin praktisch ist).

MM zeichnet sich meiner Ansicht nach vor allem durch tolle Nebenquests, ein (für Zelda) einzigartiges Spielprinzip und eine schöne Spielwelt aus. Immer wieder gibt es schöne Sequenzen, viele amüsante Charaktere und etliche schwere Stellen (bei denen man dann gern mal eine Runde Fluchen darf, denn hey – das ist menschlich!).

Es gäbe jetzt noch eine Menge, was ich Ihnen erzählen könnte, was Sie vielleicht brennend interessiert, Ihnen aber vielleicht auch den Spaß nimmt, wenn Sie es selbst einmal ausprobieren. Also spulen wir die Zeit jetzt zurück (nicht, ohne nicht vorher unsere Rubine auf die Bank zu bringen) und stellen fest: Meistens läuft die Zeit entweder zu langsam oder zu schnell.

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