»Die weiße Gans«

Es war einmal vor zehn Jahren, im Jahre des Herrn 2005, als eine Gruppe Schreiberlinge einen Wettbewerb veranstaltete, bei dem es einen Preis für die beste Kurzgeschichte zu gewinnen gab. Anfangs wurden die Männer und Frauen kaum beachtet, doch schon bald wusste man im ganzen Land um die alljährlichen Ausschreibung und die Menschen reisten von weither an, um an der Preisverleihung teilzunehmen.

Die Gruppe der Schreiberlinge – sie trugen den Namen 42er Autoren – organisierten einen Fanfarenzug, um ihrer Veranstaltung einen ganz besonderen Flair zu geben. Sie luden das weithin bekannte Potsdam-Duo ein, um mit Gitarre und Querflöte aufzuspielen. Und es wurde schon bald zur Tradition, die Siegertexte von Schülern des Goethe-Gymnasiums verlesen zu lassen.

Am 13. Juni im Jahre des Herrn 2015 traf sich nun eine große Zahl Menschen in der St. Nikolai-Kirche zu Putlitz, um gemeinsam mit der Gruppe Schreiberlinge ein besonderes Ereignis zu feiern: Die elfte Preisverleihung und das zehnjährige Bestehen des Putlitzer Preises. Da gab es nun viel zu sagen, zu danken und zu verlesen – ein Gedicht des Bürgermeisters Dannemann, Laudationen, Kurzgeschichten, Anekdoten über Putlitz. Bei einem solchen Fest darf natürlich die Musik nicht fehlen, und so war auch das Potsdam-Duo wieder geladen, wenngleich es (wohl aus gesundheitlichen Gründen) in diesem Jahr nur ein Potsdam-Uno war: Christian Lau spielte mit seiner Querflöte zum geistigen Tanze auf.

Die Menschen lachten viel an diesem langen Abend (und lang war er, denn Schreiberlinge können sich schon von Natur aus nicht kurz fassen), und sie applaudierten begeistert für einen jeden, der dieses verdiente. Sie lernten die Residenzstipendiatin Maria Maier kennen und sie hörten die Texte von Johanna Schmittmann, Michaela Trieb und Ramona Waldhelm, welche den zum Jubiläum ausgerufenen Wettbewerb um die Putlitzer Anekdoten (wie ich ihn einmal nennen möchte) gewannen.

Für jene, die es interessiert, seien hier noch einmal die Namen und Titel der drei Siegerplätze aufgeführt:

3. Platz – Frauke Angel mit Komplettwäsche Zweiter Frühling

2. Platz – Thomas Wolter mit Gans oder gar nicht

1. Platz – Gundi Herget mit Sofabraten

Es sei berichtet, dass keiner der sechs Preisträger zu Wort kam. Vielleicht ist das ganz gut, denn die Zeit überschritt ohnehin die Zwei-Stunden-Marke, aber vielleicht hätte man sich doch an anderer Stelle kürzer fassen können, um den Hauptpersonen des Abends eine Minute Redezeit einzuräumen. Und wenn man gerade beim Kürzen war, hätte man auch gleich den Beteiligten mal einen Ablaufplan zukommen lassen können, damit der gute Herr Gans nicht so sehr auf-und-ab-gescheucht würde. – Dies seien zwei Kritikpunkte, die man mir anzumerken gestatte, bei allem weiteren möchte ich mich zurückhalten, denn natürlich sind die Geschmäcker manchmal verschieden.

Und so überreichte die Gruppe von Schreiberlingen auch in diesem Jahr wieder feierlich Die Weiße Gans Aus Porzellan, und wenn sie nicht gestorben sein werden, so tun sie dies auch im nächsten Jahr.

 

 

Dieser Text erscheint in noch nicht erweiterter Fassung im nächsten ›Amtsblatt Amt Putlitz-Berge‹.

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