Als wir träumten

Autor – Clemens Meyer

Originalsprache – Deutsch

Erscheinungsjahr – 2007

Seiten – ca. 518

Verlag – Fischer Taschenbuch Verlag

 

Daniel, Mark, Paul, Rico und noch ein paar andere wachsen in den Wirren nach der Wende in Leipzig auf. Sie konsumieren Alkohol, Tabak, ein paar Pillen und Gewalt. Sie feiern, halten zusammen, leiden still unter Angst und Wut. Ihre Fäuste funktionieren so gut wie ihr Denken, aber es gibt kein Ziel. »Sie fahren ihr Leben gegen die Wand«, um den Klappentext zu zitieren.

Die Amazon-Bewertungen schwanken zwischen unglaublich authentisch und völliger Schwachsinn. Tatsächlich spiegelt das Buch ein Leben wider, wie es sicher nicht jeder junge Mann Leipzigs zu dieser Zeit kennengelernt hat, zwischen lauter Musik und dem Knast. Daniel – der Erzähler – erzählt seine Geschichte mit viel Ehrlichkeit, Wut und Trauer. Er stellt dar, wie hoffnungslos alles verläuft, und wie sie alle dennoch von einem anderen Leben träumen, und sei es noch so unwahrscheinlich.

Dabei springt er – scheinbar wahllos – zwischen den Zeiten hin und her. Jahreszahlen werden selten genannt und es kann sein, dass man von dem fast erwachsenen Daniel unvermittelt zu einem Zwölfjährigen zurückgeworfen wird. Dabei charakterisiert Meyer seine Figuren hauptsächlich über ihre Sprache, Handlungen und Familien und er gestaltet ein lebhaftes Bild jener Zeit nach der Wende und der Stadt Leipzig.

Es ist ein Buch, gewalttätig an Körper und Seele, und eine emotionale Achterbahnfahrt – freudige Erregung kann binnen zweier Seiten umschlagen in enttäuschte Hoffnungslosigkeit. Manchmal nimmt sich der Erzähler aber auch die Zeit für ruhige Episoden, in denen das Gespräch und die vielen unausgesprochenen Gefühle im Mittelpunkt stehen.

Ausgezeichnet mit dem Rheingau-Literatur-Preis, dem Märkischen Stipendium für Literatur, dem Förderpreis zum Lessing-Preis und dem Mara-Cassens-Preis.

(Quelle: »Als wir träumten«, C. Meyer, Fischer Taschenbuch Verlag, 2. Auflage März 2008)

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