Gerüste

Von einer meiner ersten Geschichten – auf ungefähr vierundsechzig A4-Seiten handgeschrieben und mit Bildern – existiert eine Originalfassung und der Beginn einer Überarbeitung und sonst nichts.

Von einer der Geschichten, an der ich aktuell noch arbeite, gibt es mehrere Manuskriptversuche, mehrere Varianten der Karte und zahlreiche Zusatzdateien, in denen sich Figurenbeschreibungen, Hintergrundinformationen, wichtige Ausschnitte und anderes Zeug tummeln.

Am Anfang habe ich mich an den Küchentisch gesetzt, Zettel und Stift zur Hand genommen und losgeschrieben. Wenn ich keine neuen Ideen mehr hatte (oder keine Lust), griff ich zu Bleistift und Buntstiften und malte mir ein Bild. Immerhin schrieb ich dazu, wann ich das Buch angefangen hatte und wie alt ich zu dem Zeitpunkt war.

Heute beginne ich eine Idee meistens in einem kleinen A5-Buch, schreibe mir die Grundidee auf und entwerfe erste Figuren, Handlungsstränge und / oder Welten. Das Datum hatte lange Zeit an Relevanz verloren, mittlerweile achte ich wieder mehr auf Entwicklungszeiträume.

Zu den Geschichten, die ich am Rechner geschrieben habe (es sind derzeit etwa sieben Größere), gibt es nun meist eine Datei, die sich dann Gerüst nennt und in der die groben oder auch ziemlich genauen Handlungsstränge dargelegt sind. Es gibt Figurenkonstellationen, Lebensläufe, andere wichtige Verläufe, Karten oder Erläuterungen zu Recherchen (sollte ich mir denn die Mühe gemachen haben). Für Figurenbeschreibungen und Inhaltsangaben rückt zunehmend Excel in den Vordergrund, bei jeder neuen Geschichte versuche ich Tabellen zu optimieren, mehr auf einen Blick unterzubringen, die Übersichtlichkeit noch besser zu gewährleisten.

Wenn ich nun versuche, dem geneigten Leser eine Erklärung für diesen Aufwand zu geben, so scheitere ich. Obwohl mir das ständige Planen, Aufschreiben, Durchstrukturieren zuweilen zuwider ist, kann ich nicht davon ablassen. Um ein komplexes, stimmiges Bild zu schaffen, erscheint mir die Übersicht über das eigene Werk unabkömmlich und nach einer langen Pause – die früher oder später fast immer kommt, aus den verschiedensten Gründen – brauche ich einen Kompass für die eigene Welt. Würde ich alle Informationen aufschreiben, die es zu einer Geschichte gäbe, so könnte ich den Umfang mancher Manuskripte nahezu verdoppeln.

So schade es ist, dass ich die Leichtigkeit verloren habe, mit der ich früher am Küchentisch geschrieben habe, so freue ich mich über die eigenen Fortschritte. Mit dem, was ich heute überblicken und organisieren kann, sind mir umfangreichere, in sich komplexere Werke möglich als früher. Also erstelle ich weiter Karten und Tabellen und Inhaltsverzeichnisse – und Artikel wie diesen hier.

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