Nachforschungen

Firefox öffnen. Duden aufrufen. Firefox schließen.

Firefox noch einmal öffnen. Suchwort bei Google eintippen, suchen. Firefox schließen.

Voilà – meine bevorzugte Variante der Recherche. Einfach, aber effizient.

Okay, manchmal zumindest. Wenn es nur um die Rechtschreibung von »voilà« geht (kommt der Akzent links- oder rechtsrum?), oder um die Symptome einer Lebensmittelvergiftung. Wobei man sich auf Onkel Google auch nicht verlassen kann, wenn es um medizinische Belange geht, oder um Jura oder anderes hochtrabendes Zeug.

Am besten ist es, sich Fachliteratur zu besorgen (oder wenigstens Onkel Google nach wissenschaftlichen Arbeiten zu fragen) und diese dann genau zu studieren, sei es über Medizin oder den Aufbau einer Waffe. Man lernt etwas dazu und kann dann in seinem Manuskript mit intelligenten Bemerkungen glänzen.

Hm.

Ich werde mit dieser Methode der Recherche irgendwie partout nicht warm. Mir ist es lieber, meine Fragen einer Person zu stellen, die sich auf dem entsprechenden Gebiet auskennt, auch wenn es oft schwierig ist, entsprechende Experten zu finden. Das bietet mehr Raum für Wenn und Aber und Nehmen wir einmal an, ganz zu schweigen von In diesem speziellen Fall. Lehrbücher sind da oft unzureichend.

Allerdings gibt es einen Weg, das Recherche-Problem zumindest teilweise zu umgehen – Fantasy. Science-Fiction. Übernatürliche Phänomene, andere Welten. Da kann man Gesetze der Physik brechen, seine eigenen Regeln aufstellen und den Haupthelden auch mal eine Wunde ohne bleibenden Schaden überleben lassen, die eigentlich seine Niere hätte zerfetzen müssen.

Da ich mich aber in meinen Geschichten mittlerweile dennoch ganz gern in unserer Welt bewege – wenn auch an erfundenen Orten – so habe ich mir einen Stil zugelegt, der es mir zuweilen erlaubt, gewisse Dinge einfach anzunehmen. Da haben die Bösen eine eigene Waffe erfunden, oder eine Droge oder sonst irgendein geiles Zeug. Wen interessiert es, was das Gesetz sagt – der Richter war bestechlich (soll ja selten vorkommen, aber Ausnahmen bestätigen eben die Regeln). Und der Junge von gegenüber kann dir fast alles im Internet besorgen, als gäbe es keine Waffengesetze.

Das, meine Damen und Herren, nennt sich dann wohl künstlerische Freiheit.

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2 Antworten auf “Nachforschungen”

  1. Neulich veröffentlichte die Zeit Artikel über die verschiedenen Computer (-programme), die in unterschiedlichen Berufen genutzt werden. Eine Schriftstellerin schrieb, dass sie an zwei Bildschirme arbeitet. Einen zum Schreiben und einen zum Recherchieren.

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    1. Jaaa … zwei Bildschirme … Wenn ich den Platz hätte! Aber selbst dann würde ich es wohl hassen, mir mühsam Wissen über die Architektur der Leber aneignen zu müssen, wenn es doch lebende Medizinstudenten gibt, die man nur finden muss 🙂
      Wenn ich zwei Bildschime hätte, wäre auf dem zweiten vermutlich meistens mein Gerüst geöffnet 🙂

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