Nananana – Batman!

In den Tagen vor Pfingsten schloss sich bei mir eine dieser Lücken, die man phantasielos als Klassiker-Lücke bezeichnen könnte. Sie wissen schon – Filme, die man mal gesehen haben muss. Weil sie gut sind, oder weil sie von einem bestimmten Regisseur sind oder sowas in der Richtung. Und manche Filme sollte man einfach mal gesehen haben, egal, was man dann hinterher davon hält. (Und manche Filme muss man einfach nicht gesehen haben. Die Meinungen gehen da aber angeblich auseinander.)

Wie dem auch sei.

Stellen Sie sich vor: Sie sitzen zu Hause auf ihrer kuscheligen Couch, ein Bierchen oder eine Cola in der einen, eine Schale Eis mit Schlagsahne in der anderen Hand. Es ist angenehm schummrig, draußen rumpelt harmonisch die Straßenbahn und Sie legen den ersten Teil einer Trilogie ein, von der Sie zwar den zweiten Teil gesehen haben, sich aber nicht mehr an den Anfang erinnern und deswegen trotzdem irgendwie felsenfest davon überzeugt sind, früher oder später käme diese so berühmt-berüchtigte Nananana-Melodie. Die mit dem heroischen Batman! am Ende.

Stellen Sie sich nun bitte meine Enttäuschung vor. Diese Melodie gibt es in den Nolan-Filmen nicht.

Halt, halt, halt, halt! Nun laufen Sie doch nicht gleich davon! Schließlich sind die Filme trotzdem gut. Bevor ich Ihnen meine bescheidene Meinung dazu mitteile, erst einmal kurz die harten Fakten:

 

Batman Begins

Regie – Christopher Nolan

Originalsprache – Englisch

Erscheinungsjahr – 2005

Länge – ca. 140 Minuten

Besetzung – Christian Bale, Michael Caine, Katie Holmes

 

The Dark Knight

Regie – Christopher Nolan

Originalsprache – Englisch

Erscheinungsjahr – 2008

Länge – ca. 152 Minuten

Besetzung – Christian Bale, Heath Ledger, Gary Oldman

 

The Dark Knight Rises

Regie – Christopher Nolan

Originalsprache – Englisch

Erscheinungsjahr – 2012

Länge – ca. 164 Minuten

Besetzung – Christian Bale, Gary Oldman, Tom Hardy

 

Ich möchte mit Ihnen ein Gefühl teilen – Adrenalin. Alle drei Teile strotzen nur so davon. Wilde Verfolgungsjagden, spektakuläre Waffen und technische Spielereien – Batmans Auto spricht … – vermischen sich mit wohlplatzierten Texten, bei denen das Quäntchen Witz nicht zu kurz kommt.

Der Reihe nach: Der erste Teil bietet einen guten Einstieg in die Materie, behandelt gewissermaßen Hintergrundgeschichte und Motivation, welche dann im zweiten Film die Grundlage für den altbewährten Kampf zwischen Gut und Böse (Ordnung und Chaos) bilden. Am Anfang herrschen noch helle, freundliche Farben, aber die Dunkelheit übernimmt recht schnell die Kontrolle und entführt den Zuschauer in die aufregenden Möglichkeiten des Geldes – Batmobil, ein Halluzinationen erzeugendes Gas, eine Maschine, die Wasser verdampfen lässt (seltsamerweise aber nicht den Wasseranteil im menschlichen Körper). Zuweilen darf man es nicht so genau nehmen mit der technischen Machbarkeit, aber das tut dem Film keinen Abbruch. Ein bisschen Phantasie hat noch keinem geschadet.

Der zweite Filmabend begann mit der Vorfreude auf eine Figur, die Ihnen bekannt sein könnte, auch wenn Sie keinen einzigen Batman-Film gesehen haben: der Joker. Heath Ledger ist ohne Zweifel ein Charakter gelungen, der in Erinnerung bleibt (schmatz). In seiner selbsternannten Funktion als Chaos gibt er dem Film eine klassische Handlung, einen Kampf, der in Freys Buch Wie man einen verdammt guten Roman schreibt als »Beharren versus Widerstand« bezeichnet wird. Farbenprächtige Dialoge, eingebettet in eine düstere Grundstimmung, bringt der Film gleichzeitig zum Lachen und zum Schweigen. Auch hier darf man es vermutlich nicht allzu genau nehmen, wenn es beispielsweise um die Belastbarkeit der menschlichen Anatomie geht, aber das ist wohl ein generelles Manko von Actionfilmen.

The Dark Knight Rises schließt den Kreis und greift an vielen Stellen die Anfänge noch einmal auf. Er hat sich jedoch etwas übernommen, denn um die Fülle der Handlung aufzunehmen, reicht die Zeit leider nicht aus – auf Kosten der Glaubwürdigkeit. Dieser Film ähnelt in seiner verschlungenen Erzählweise eher dem ersten Teil und er erfordert vielleicht das höchste Maß an Konzentration, damit man den Faden nicht verliert. Dennoch: die Figuren haben Tiefgang und Nolan kommt immer mal wieder mit überraschenden Wendungen um die Ecke (okay, das ist jetzt ansatzweise eine schöne Floskel. Was ich damit sagen will – das Ende hat mich persönlich positiv überrascht.)

Auf eine große Liebestragödie verzichten die Filme, auch wenn das Thema immer wieder geschickt und an den richtigen Stellen aufgegriffen wird (ich kann mich allerdings auch an mindestens eine Szene erinnern, die ich zu theatralisch fand). Pluspunkt!

Bei allem Lob – Batman ist eine Trilogie von Actionfilmen, das muss man mögen. Ansonsten gibt’s nicht viel, was mich davon abhält, die Filme ein zweites, drittes, viertes Mal zu schauen.

PS: Den zweiten Teil halte ich für den besten (woran die Rolle des Jokers nicht unerheblichen Anteil hat), aber es empfiehlt sich, die Filme in der richtigen Reihenfolge zu schauen. Das erhöht irgendwie den Spaßfaktor bei der ganzen Sache. Und vergessen Sie das Bier und das Eis nicht, und all das andere Zeug, das Sie für einen guten Film brauchen.

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